Methangasverpuffung in Bleibergwerk – Fünf vermisste Personen!

Geschrieben von: Susanne Schütze-Lülsdorf 

Sonntag, den 17. April 2011 um 13:02 Uhr

 

 

So lautete der Einsatzauftrag für das THW Brühl am Samstag – eine Übung, wie sich schnell herausstellte.

Gegen 15:00 Uhr machten sich die HelferInnen aus Brühl mit den Gerätekraftwagen (GKW) I und II sowie dem Führungsfahrzeug des Zugtrupps auf den Weg zum Bleibergwerk (Besucherbergwerk) nach Mechernich.

Das Organisationsteam dieser Übung war, zusammen mit den Verletztendarstellern und zwei Junghelfern der THW Jugend, bereits gegen Mittag aufgebrochen, um die letzten Vorbereitungen zu treffen und das Bergwerk für diese Übung so realitätsnah wie möglich zu präparieren. 

Die Darsteller mussten geschminkt und abgelagert, die Vertrümmerung mittels Ytongsteinen, Paletten und Styropor dargestellt werden. Die anrückenden Helfern sollten ein möglichst realistische Schadenslage vorfinden, soweit dies in einem Besucherbergwerk möglich war.                          

Am „Einsatzort“ angekommen mussten die THW`ler erst einmal feststellen, dass für die Erkundung der Schadenslage und die Bergung der Verletzten zunächst „nur“ ein Noteinstiegsschacht zur Verfügung stand. Eine senkrechte, knapp 30 Meter tiefe und 1,5m im Durchmesser breite Röhre.

Die Überwindung dieser Tiefe forderte Helfer und Material. Abseilen war hier die Vorgehensweise der Wahl bzw. der gesicherte Abstieg über eine windige Notleiter und unten angekommen stieß man relativ schnell auf die ersten Vermissten.            

Eine leicht verletzte Person konnte nach der Erstversorgung in Belgleitung eines THW Helfers den Aufstieg selbst bewerkstelligen, für die vermeintlich schwerer verletzten Personen war dies nicht möglich.

Doch den Helfern bot sich kurze Zeit später eine zweite Möglichkeit des Einstiegs in das Bergwerk. Über den eigentlichen Schachteingang konnten die Helfer vordringen, mussten sich allerdings den Weg zu den Vermissten frei räumen, war dieser durch die Verpuffung teilweise eingestürzt und unter Trümmern verschüttet. Hier kam auch schweres Gerät zum Einsatz.              

Doch auch diese Aufgabe wurde gemeistert und so konnten die Vermissten gerettet und an den imaginären Rettungsdienst übergeben werden. Die Herausforderung bestand für die Helfer vor allem darin, dass sie in sehr engen Räumen arbeiten, unter Tage mit schlechten Luftverhältnissen, trotz Beleuchtung in unübersichtlichem Terrain und auch hier Höhenunterschiede mittels steiler Treppen überwinden mussten. Und das Alles mit Schleifkorb inklusive zu rettender Person, die auch noch medizinisch erstversorgt und psychisch betreut werden musste.

Summa sumarum bot diese Übung den HelferInnen die Möglichkeiten eigenes Können zu hinterfragen und Einsatzmaterial unter Realbedingungen einzusetzen. Es liegt allerdings auch in der Natur der Sache einer solchen Einsatzübung, dass Defizite in Material und Ausbildung erkannt werden, die dann im Zuge der Standortausbildung aufgearbeitet werden können/müssen.